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Wandern in der Region

Wanderwege, Jacobshöhe (Schlehberg in Alfeld)

2020 gibt es größere Wälder im Leinebergland als 1770. Dies hängt mit einer Person zusammen, an die in Alfeld die Jahreszahlen 1813 – 1863 erinnern. Sie gehören zum Revier- und Alfelder Stadtförster Jacobs. Jacobs nahm 1815 an der Schlacht bei Waterloo teil. Er begann am 3. November 1813 seinen Dienst, feierte am 3. November 1863 sein 50jähriges Dienstjubiläum und schied nach 56 Jahren aus seinem Beruf aus.   

Sein Gedenkstein steht auf der Jacobshöhe bei dem Schlehberghotel bzw. nahe beim Naturfreundehaus. Die Aufforstung der ursprünglichen Nutzwälder geschah u.a. durch den nach 1810 neu eingestellten Förster und seine Mitarbeiter – aus dem Wald wurde die Forst. Die ausführliche Darstellung gibt es in „Der Meineberg – Ein Beitrag zur Wald- und Kulturgeschichte der Stadt Alfeld“, die ich 1992 anfertigte. Zu den für Alfeld tätigen und mittelbar mit Jacobs zusammenarbeitenden Personen gehörte auch einer meiner Vorfahren, der 1807 in den Dienst der städtischen Verwaltung getreten war.

Rund 100 Jahre später entstand eine Übersicht über die bis dahin geleistete Arbeit. Sie ist als Anlage hier beigefügt ebenso die Aufgabenstellung von 2014. 1890 wurde eine Wanderkarte herausgegeben. Sie zeigte den Bereich von Banteln bis Greene und vom Hils mit Ockensen bis Graste. Herausgeber war der Alfelder Verschönerungsverein. 2019 folgte eine Bestandserfassung von Elze bis Freden und von Delligsen bis Diekholzen. Dies heißt, dass innerhalb von rund 130 Jahren die Betreuung weitgehend desselben Gebietes nie aufgehört hat. Pflege, Beschilderung und Vermarktung sind – zeitgemäß entsprechend – nahezu kontinuierlich geblieben. Hervorzuheben ist die Anfertigung von 40 Informationstafeln im Kreisheimatbund-Internet: www.kreisheimatbund-hildesheim.de; suchen: Archiv vom Kreisheimatbund Hildesheim; Bilder zu archiv vom Kreisheimatbund; Auflistung: Bilder, Schautafeln.


In den zurückliegenden Jahrzehnten sind darüberhinaus das Gebiet zwischen Ith und Hainberg mit Wanderwegen ausgestaltet worden. Der Königsweg von Brüggen über Königsdahlum bis Werla ist dabei besonders zu nennen. Daneben tritt die Verbindung von der Hildesheimer Domburg über Winzenburg bis Bad Gandersheim und die Benennung der alten Nutz- und Wanderwege als verschiedenfarbige Hödekenwege. Neu ist die Planung des Lammebereiches Lamspringe, Bodenburg, Bad Salzdetfurth bis zur Innerste. Ferner gibt es seit rund 100 Jahren eine Fülle von ausführlichen Wanderführern in Buchform.

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Im übrigen nahm die Realschularbeitsgemeinschaft für Heimatkunde das Jacobsdenkmal in Pflege und der Unterzeichner sorgte für das Erläuterungsschild. Forstamtsleiter Hauke Bruns fotografierte das Denkmal. Mein Foto vom 1. Himmelbergsturm (Baumzwille für eine Aussichtsplattform, 1915 als Aussichtsgerüst bezeichnet) ist nicht mehr aufzunehmen. Die Trockenheit der letzten Jahre führte zum Verlust eines Astes.


Literaturhinweise u.a.:

1.725 Jahre Stadt Alfeld, 1258 – 1983, 1983

2.Der Meineberg, 1992

3.Alfeld und Umgebung, 1915

4.Rund um die Sieben Berge, 1983

5.Zwischen Hils und Osterwald, 1984

6.Der Königsweg – Auf den Spuren deutscher Kaiser und Könige,  

  mit Karte, 2011


Anlagen:

1.Brief: „Wanderwege, Jacobshöhe, Schlehberg in Alfeld, 2020“

2.Textbeitrag: „Adamis Hütte, 100 Jahre, Übersicht von 1915“

3.Textbeitrag: „Wegeorganisation ab 2014, Gedanken zur Weiterarbeit“

4.Foto:

„Erster Himmelbergturm, Baumplattform“, Foto 2.5.2015

5.Foto:

„Jacobs-Stein mit Erläuterungsschild, Foto von Hauke Bruns, Juli 2013“




100 Jahre Adamis Hütte

Verkehrsverein: Abschluss der systematischen Wegebezeichnungen beschlossen, 21.April 1915

Verkehrsverein: 2. Mai 1915: Herausgabe eines großen illustrierten Führers  im Sommer zu erwarten, Wiederherstellung des Turmes (da aus Holz z.T. verfallen und zeitweise gesperrt) angesprochen, ebenso eine Tourentafel am Bahnhof

19. Mai 1915: 6 Regeln für Wanderer im Wald
Verschönerungsverein: Aufstellung von Bänken, Wanderwege verbessern,
29. Mai 1915

Verkehrsverein: Ausbesserung des Turmes auf dem Tafelberg, Führer in ca. 14 Tagen fertig, Wegebezeichnungen weiter, 27. Juni 1915
 Verkehrsverein: Herausgabe des Führers „Alfeld und Umgebung“ bzw. im Innenblatt „Führer  durch Alfeld und seine Umgebung“, bearbeitet von Jul.Ed. Müller (Anmerkung: sein Grabdenkmal wurde von mir vor der Zerstörung gerettet und steht 2015 nahe der Friedhofskapelle an der Warne), 24.Juli  1915

Alfeld: Planung eines Museums, 17.August 1915

Verkehrsverein: Schutzhüttenplanung, z.B. auf den Sieben Bergen am Wege nach dem Tafelberg und im Sackwald am Wege nach Burckhardts Höhe,
27. August 1915

Realgemeinde will Grundstück am Himmelberg kaufen, 8. September 1915
(Hier ist nicht klar, ob es sich dabei um den Platz der Adamis Hütte handelt, aber es ist wahrscheinlich)

Verkehrsverein: Ankauf Grundstück am Himmelberg, Versammlung am 15.9., Zeitungsbericht am 16. Sept. 1915

Verkehrsverein, 31. Oktober 1915 Bericht, Fertigstellung der Adamis Hütte am 30. Oktober 1915:
„ Die erste Schutzhütte des hiesigen Verkehrsvereins ist gestern fertig gestellt worden. Sie wurde errichtet am Wege über die Siebenberge, an der Wegabzweigung  nach dem Felsenkeller, wo  früher die alte Jagdköthe  stand. Die Realgemeinde hat in dankenswerter Weise den Platz zur Verfügung gestellt und auch das erforderliche Holz gestiftet. Die Baukosten haben in hochherziger Weise Frau Witwe Adami hier und deren Schwiegermutter  Frau Konsul Adami in Bremen, bestritten. Zum Danke hierfür wurde dem Bau der Name „Adamis Hütte“ gegeben. Von vielen Wanderern, die einen Ausflug über die Siebenberge unternehmen, wird es mit Freuden begrüßt werden, eine angenehme Gelegenheit zum Rasten am Wege zu finden. Eine zweite Hütte wird voraussichtlich  im Sackwald am Wege nach der Burckhardts Höhe errichtet werden“.

Soweit die Berichterstattung der Alfelder Zeitung. Der Alfelder Verschönerungsverein ist 1883 gegründet worden, gewissermaßen als Fortsetzung des Vereins zur Verschönerung des Schlehberges (vgl. Jacobshöhe). 1914 gründete man den Verkehrsverein, 1917 folgte der Verein für Heimatkunde. 1921 legte man die Vereine zusammen. Der neue Verkehrs- und Verschönerungsverein regte den Bau eines Kriegerdenkmals auf dem Steinberg an und sorgte 1926 für den Bau des massiven Turmes auf dem Tafelberg.
Der Bau der Adamis Hütte war im Übrigen auch von den Fabrikanten C. Meyer und C. Benscheidt unterstützt worden.
Die erste Wanderkarte für die Umgebung von Alfeld hatte der Verschönerungsverein bereits 1890 herausgegeben. Die Karte entspricht mit ihren Wegeverläufen weitgehend der 2015 von der Leader Region veröffentlichten Karte „Die Hödeken Wanderwege“. Diese Wegstrecken haben sich oft aus alten Wirtschafts- und Arbeitswegen entwickelt (z.B. Herrendienstweg).

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